Kemal ŞahinKemal Şahin

Kemal Şahin, Gründer und Inhaber der Şahinler Group/Şahinler Holding, kam Ende 1973 nach Deutschland. Die geographische Lage Aachens, die Größe und der Charme der Kaiserstadt hatten ihn dazu bewogen, nach erfolgreicher Deutschprüfung ein Studium der Ingenieurswissenschaften an der RWTH Aachen zu beginnen. „Aachen war auch damals schon relativ multikulturell und offen für andere Kulturen“, sagt der Unternehmer heute.

Kemal Şahin erinnert sich gern an die anfängliche Zeit als Student zurück, auch wenn es zu Beginn nicht ganz einfach war. Die erste Wohnung lag weit außerhalb des Zentrums und forderte täglich einen 45min Fußmarsch zur Universität. Freunde halfen ihm damals eine Wohnung zu finden und Fuß zu fassen. Er betont die Bedeutung eines sozialen Netzwerks während der ersten Zeit in einem fremden Land. „Man sollte sich nicht abkapseln, sondern Sport machen oder im AStA arbeiten“, empfiehlt Şahin ausländischen Studierenden. Er rät darüber hinaus, die neue Kultur zu verstehen, Sitten und Gebräuche kennen zu lernen, um sich besser einzuleben. „ Man sollte nicht nur Deutsch lernen, es ist wichtig, sich auch mit dem deutschen Leben, den deutschen Gewohnheiten und Tugenden vertraut zu machen, so findet man auch Freunde.“ Während seines Aufenthaltes in Deutschland sammelte der heutige Unternehmer überwiegend positive Erfahrungen im interkulturellen Bereich, auch wenn er Unterschiede zwischen der deutschen und türkischen Mentalität feststellen konnte.

Einen internationalen Campus zu haben sei für beide Seiten wichtig. „Auch Deutsche sollten sich gegenüber ausländischen Studierenden öffnen, in der Mensa über die Kultur in Brasilien oder in der Türkei sprechen“, das „fördere eine interkulturelle Kompetenzentwicklung“. Große Firmen setzten auf Auslandserfahrung. Auch Kemal Şahin pflegt eine interkulturelle Kultur in seinem Unternehmen und schwärmt von multikulturellen Weihnachtsfeiern bis in die frühen Morgenstunden. „Die Menschen fühlen sich wohl, wenn sie sich gegenseitig kennen.“ Daher ist ein offener Umgang mit fremden Kulturen wichtig, erklärt der erfolgreiche Unternehmer.

Aysegül ArtmannAysegül Artmann

Der Zufall führte Aysegül Artmann vor 14 Jahren nach Aachen. Zu Beginn lehrte die Professorin in englischer Sprache an der FH Aachen am Standort Jülich. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) stand ihr während der ersten Phase als Gast-Professorin in Deutschland beratend zur Seite. Aysegül Artmann profitierte aber auch von der Unter-stützung Ihrer Kolleginnen und Kollegen an der Hochschule. Das Teamwork ist wesentlich, sagt sie: „Als Professorin wird eine gewisse Leistung erwartet und für diese Leistung brauchte ich Teamwork.“

Prof. Artmann fühlte sich gut aufgenommen, auch wenn Sie damals gewisse kulturelle Unterschiede gegenüber Ihrer heimischen Kultur feststellen konnte. „Neue Generationen sind offener und wärmer“, stellt sie aus heutiger Sicht fest. Gegenüber den Studierenden hat Artmann eine Vorbildfunktion. Ausländischen Studierenden empfiehlt sie Soft-Landing-Programme wie das in Jülich angebotene „Freshman Program“. Soft-Landing-Programme ermöglichen einen begleiteten Start in einem fremden Land, meist über einen Zeitraum von einem Jahr. „Das eine Jahr hilft, das deutsche Leben, Bräuche und Traditionen wie Weihnachten und Nikolaus zu verstehen oder zu lernen, welche gesetzlichen Grenzen es gibt“ erklärt Artmann. Ebenso wird Unterstützung bei der Wohnungssuche geboten.

Die Professorin sieht - neben den Wohnungen auf dem Wohnungsmarkt Wohnheime des Studentenwerks als gute Alternative für Studierende. Sie kann manche Unsicherheiten der Vermieter von Wohnungen auf dem freien Markt nachvollziehen, sieht aber auch die Notwendigkeit, diese Vorbehalte abzubauen. „Ein internationaler Campus ist sehr wichtig, weil es aufgrund der Globalisierung nicht mehr möglich ist, national zu bleiben“ betont sie. Mit den abschließenden Worten, „Ich bin nicht deutsch, ich bin nicht türkisch, ich bin ein Weltmensch“ weist Prof. Aysegül Artmann darauf hin, wie bedeutend Toleranz und Offenheit in einer Zeit der Globalisierung sind.

Ivan JerezIvan Jerez

Ivan Jerez absolvierte seinen Bachelor-Abschluss in Kolumbien. Der gute Ruf der Aachener Hochschulen zog den Kolumbianer dann 2010 für sein Masterstudium an die FH Aachen. Im interkulturellen Bereich sammelte Jerez während des Studiums und danach nur positive Erfahrungen: „Alle Kommilitonen waren sehr nett und offen, aufgrund des Dreiländerecks ist Aachen sehr lebendig“, schwärmt der Ingenieur.

Um leichter eine Wohnung zu finden und sich insgesamt schneller einzuleben, empfiehlt Ivan Jerez ausländischen Studierenden, Deutsch-Kurse zu besuchen. „Ohne die deutsche Sprache ist es sehr schwierig“. Außerdem betont er die Bedeutung eines sozialen Netzwerks: „Jede Anlaufstelle kann hilfreich sein.“ Oftmals können Freunde in der ersten Zeit unterstützen und einen Schlafplatz bieten, bis eine eigene Wohnung gefunden ist. Jerez empfiehlt darüber hinaus, sich schon vorab über das Land und die Gegebenheiten vor Ort zu informieren.

Aachen als internationaler Studienstandort ist laut Jerez während und nach dem Studium ein guter Ausgangspunkt. Zwischenzeitlich arbeitete der Ingenieur in einem deutsch-mexikanischem Unternehmen in Mexiko, auch dort war seine Wahl für eine der Aachener Hochschulen von Vorteil. „Ein internationaler Campus macht die Menschen offener, toleranter und rücksichtsvoller“, so Jerez. Seit 2014 arbeitet er als Bauingenieur bei Umtec - Partnerschaft Beratender Ingenieure und Geologen mbB in Aachen. Ivan Jerez wünscht allen Studierenden Durchhaltevermögen. „Wenn etwas Spaß macht, dann muss man dafür arbeiten und an sich glauben.“